Es piept. Es hört nicht auf. Grosse, schwarze Vorhänge versperren die Sicht nach draussen. Ein um Worte ringendes Ehepaar leistet sich mondäne Gesellschaft. Die Sprache ist ihnen fremd geworden. Dennoch können sie nicht schweigen. Manchmal wird noch getanzt. Dann warten sie, aber irgendetwas fehlt doch immer. So werden sie rastlos. Wie sind wir hier gelandet?
Der elfjährige Michael Morones versucht sich 2014 das Leben zu nehmen. Der Versuch gelingt nicht. Michael liegt erst im Koma, lebt dann mit dauerhaftem Schädel-Hirn-Trauma. Er stirbt 2021 mit 19 Jahren im Kreis seiner Familie. Er spielte gerne Geige und war Fan der Serie «My little pony». Vor seinem Suizidversuch war Michael in der Schule ausgegrenzt worden, aufgrund seines Rucksacks, der mit den pastelfarbenen Ponys bedruckt war.
Der spanische Dramatiker Paco Bezerra schreibt auf Grundlage dieses Schicksals, sowie ähnlicher Vorfälle, wie bspw. Grayson Bruce, ein Drama, das aus der Perspektive der Eltern, die Geschehnisse darlegt. Diesen Text komponieren nun Fredi Thiele gemeinsam mit Ensemblö-Spieler*innen Hanna Eichel und Till Schaffnit zu einem Abend, der sich in einer tragikomischen Collage mit Bezerras Werk befasst.
So eröffnet das Team eine Welt (oder vielleicht sogar mehrere) von Träumen der Kinder, arrangiert um das Symbol des Pferds, dem einst engsten Partner des Menschen. Aus der Vermengung von Erinnerungen, Eindrücken und Erfahrungen zwischen Mensch und Tier erhebt sich schliesslich eine Ode an alle Aussenseiter*innen.
Text: Paco Bezerra, Leo Tolstoy, Fredi Thiele, u. a.
Regie: Fredi Thiele
Written by Zero Zurich