mer 30.05 2018

Vernissage: Imi Knoebel - Till Velten

Dove

Haus Konstruktiv
Selnaustrasse 25, 8001 Zurich

Quando

mercoledì 30 maggio 2018
H 18:00

Quanto

free

Imi Knoebel

In den Sommermonaten zeigt das Museum Haus Konstruktiv auf vier Stockwerken eine umfassende Einzelschau des international viel beachteten deutschen Künstlers Imi Knoebel (*1940 in Dessau, DE, lebt in Düsseldorf, DE). Knoebel, der zwischen 1964 und 1971 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf studierte und u.a. mit Imi Giese, Blinky Palermo und Jörg Immendorff der legendären Klasse von Joseph Beuys angehörte, bildete bereits während der Studienjahre eine radikal minimalistische Formensprache aus.
Zu Beginn von Imi Knoebels Laufbahn stellte das Werk des russischen Suprematisten Kasimir Malewitsch einen wichtigen Bezugspunkt dar. In Ablehnung jeglicher Abbildfunktion entwickelte er einen autonomen Ansatz, mit dem er zu einer vorwiegend seriellen Arbeitsweise gelangte, die von einem haptischen Einsatz der Farbe, einem geometrischen Formenvokabular und einer insgesamt schlichten Materialästhetik geprägt ist.

Im Erdgeschoss des Museum Haus Konstruktiv inszeniert Knoebel mit Raum 19 III (1968/2006) die dritte Version seines Schlüsselwerks: ein ortsspezifisch arrangiertes Environment, das aus dem reichhaltigen Konvolut seiner Werke aus Hartfaserplatten schöpft und im Wesentlichen sein dreidimensionales Skizzenbuch darstellt. Es folgen Werke aus dem Komplex der sogenannten Kernstücke, die die Grundprinzipien seines Kunstverständnisses veranschaulichen. Auf den übrigen Geschossen werden ältere und jüngere Werke kombiniert präsentiert und mit neuen Produktionen in den Kontext des Museums eingebunden. Eine Ausstellung, die die «konzeptuelle Stärke und die “konstitutive Unabgeschlossenheit” (Martin Hentschel) seines Schaffens bezeugt.

Till Velten

Was wäre, wenn Konzeptkünstler vergessen? Was, wenn Demenz auf eine Kunst trifft, die insbesondere auf der gedanklichen Schaffenskraft und Planbarkeit beruht? Ausgehend von diesen Fragestellungen präsentiert Till Velten (*1961 in Wuppertal, lebt und arbeitet in Basel) im Museum Haus Konstruktiv seine neuste Arbeit Wenn die kognitive Ordnung zerbricht, die als künstlerisches Forschungsprojekt angelegt ist.

Sein Interesse an den Themen Alter, Erinnerung und Vergessen veranlasste den Künstler, Betroffene und Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen aufzusuchen und zu interviewen. Velten sieht in der Methode des persönlichen Gesprächs «das spannendste Mittel, um in der Welt zu forschen».

Für sein Projekt im Museum Haus Konstruktiv führte er Dialoge mit Angehörigen von Demenzkranken und Mitarbeitern aus dem Demenz-Kompetenzzentrum Sonnweid in Wetzikon. Deren Aussagen werden nun von professionellen Sprechern und Sprecherinnen gelesen und bilden einen atmosphärischen Klangteppich im Haus Konstruktiv: Über verschiedene Lautsprecher erklingen einzelne Worte oder kurze Satzfragmente – mal leise, mal laut, mal freundlich, mal abweisend. Velten verwandelt den Ausstellungsraum in eine begehbare Installation, die durch eine Drehtür aus Plexiglas in zwei Zonen geteilt ist: Während die eine an eine zauberhafte, silbern glitzernde Winterlandschaft erinnert, wirkt die andere Saalhälfte düster und bedrohlich: Darin schweben dunkel glänzende, an Gesichter erinnernde Paneele mit integrierten Videoaufnahmen von Augenpaaren und Lippen, die sich zu den gesprochenen Worten zu bewegen scheinen.

Scritto da Zero Zurich