sab 31.10 2020 – sab 19.12 2020

Henrik Eiben - Mercury Climb

Dove

Galerie Lange + Pult
Rämistrasse, 8001 Zurich

Quando

sabato 31 ottobre 2020 – sabato 19 dicembre 2020

Quanto

free

Die zweite Einzelausstellung mit neuen Werken von Henrik Eiben

Henrik Eiben ist Zeichner, Maler und Objektkünstler. Doch das Medium lässt sich in Eibens Schaffen gar nicht so konkret differenzieren, denn gerade dies ist Thema. Mit seinen vielfältigen gestalterischen Auseinandersetzungen hinterfragt der Künstler den Bildträger und das künstlerische Medium indem er die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur auslotet. In seinen Arbeiten untersucht Eiben was eine Zeichnung zur Zeichnung macht, ob eine Skulptur auch Malerei sein kann oder ob es möglich ist, einer Zeichnung auch skulpturale Eigenschaften zuzuschreiben.

Eibens künstlerische Sprache ist geprägt von geometrischen Formen, der Verwendung und Kombination verschiedenster Materialen, sowie dem Einsatz lebhafter Farben und Farbakzenten. Vor allem die überraschende Kombination ungewöhnlicher Materialien wie Glas, Leder oder Beton verleihen seinen Kunstwerken den intermedialen Ausdruck, der sein Schaffen so besonders macht. Doch auch Licht und Schatten, Spiegelungen und Reflexionen sind in Eibens Praxis von zentraler Bedeutung und verschaffen seinen Werken ihre aussergewöhnliche Leichtigkeit. So lassen sich seine gestalterischen Prinzipien immer wiedererkennen, seine Werke referieren aufeinander, stehen im Diskurs. Dieser auch vor allem im Ausstellungskontext einzigartig sichtbarer Austausch findet seinen Ursprung bereits im Entstehungsprozess der Werke. So entstehen diese im Atelierraum zeitgleich, wobei sich der Künstler intuitiv von bereits angefangenen Werken verschiedenster Medien und Materialien inspirieren lässt.

Obwohl Eibens Werke wohl auf den ersten Blick ihren Ausgang im Minimalismus zu scheinen haben, erkennt man bei genauerer Betrachtung, dass der Künstler sich doch deutlich von deren Gesetzen abgrenzt. Trotz der klaren und reduzierten Formensprache seiner Kompositionen, finden sich doch immer wieder kleinere Hinweise der Disharmonie. So bringt der Künstler auf subtile Weise lyrische und politische Ideen in seinen Werken ein, die wiederum ihren vielschichtigen Charakter ausmachen. Zum Beispiel in seiner neusten Serie “Jawlensky’s Smile”, in der Eiben bewusst natürliche Fehler im Material stehen lässt oder Materialien verwendet, die sich mit der Zeit noch verändern werden. So möchte der Künstler auch das menschliche in seinen Werken wiederspiegeln, indem er auf die Perfektion der vermeintlichen Fehler der Natur hindeutet.

Die Werke von Henrik Eiben rufen schon beim Anblick unterschiedlichste Assoziationen hervor, ohne dem Betrachtenden eine konkrete Deutung vorwegzunehmen. Die zentrale Rolle des beurteilenden Individuums zeigt sich in der Wahrnehmung eines stetigen Dialogs zwischen Werk, Raum und Betrachter/in, in welchem auch Perspektive und Bewegung eine entscheidende Bedeutung zukommt, um die latenten Phänomene in seinen Werken zu identifizieren.

Henrik Eiben (*1975, Tokyo, Japan) lebt und arbeitet in Hamburg. Seine Werke wurden international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt wie im Museum Kunstpalast (Düsseldorf), Neuer Giessener Kunstverein (Giessen), Museum Weserburg (Bremen), Busan Biennale (Busan, Südkorea) oder bei Gunnert + Zimmermann (New York). Sie befinden sich in bedeutenden institutionellen und privaten Sammlungen darunter: Montblanc Collection (Hamburg), Ege Kunst-und Kulturstiftung (Freiburg), Weishaupt Collection (Ulm) oder in der Galerie der Gegenwart (Hamburg).

Scritto da Zero Zurich