Surrealismus Schweiz

10. Februar – 16. Juni 2019

Scritto da Zero Zurich il 12 febbraio 2019

Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano Hauptsitz LAC Lugano Arte e Cultura

Kuratiert von
 Peter Fischer, Kunsthistoriker und freischaffender Kurator
und Julia Schallberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Aargauer Kunsthaus

Koordination und Ausstellung im MASI Lugano
Tobia Bezzola, Direktor
und Francesca Benini, wissenschaftliche Mitarbeiterin

Vom 10. Februar bis zum 16. Juni 2019 zeigt das Museo d’arte della Svizzera italiana in Zusammenarbeit mit dem Aargauer Kunsthaus eine grosse Retrospektive zum Schweizer Surrealismus. Unter dem Titel Surrealismus Schweiz lotet die Ausstellung sowohl den Einfluss dieser Bewegung auf das Schweizer Kunstschaffen aus als auch den Beitrag, den Schweizer Künstler wie Hans Arp, Alberto Giacometti, Paul Klee, Meret Oppenheim dazu geleistet haben Ausgehend von der Frage “Gibt es den Schweizer Surrealismus?” befassen sich das Museo d’arte della Svizzera italiana (MASI) und das Aargauer Kunsthaus intensiv mit dem Thema des Surrealismus in der Schweiz und somit mit einem wichtigen Kapitel in der Kunstgeschichte des Landes. Die beiden Ausstellungsorte, Aarau und Lugano, zeigen eine neue grosse Retrospektive, die jeweils verschieden präsentiert wird. Die erste Ausstellung findet vom 1. September 2018 bis zum 2. Januar 2019 in Aarau statt und konzentriert sich nicht nur auf den historischen Surrealismus, sondern zeigt auch den Einfluss, den er auf die zeitgenössische Kunst hatte. Die zweite, die vom 10. Februar bis zum 16. Juni 2019 im MASI zu sehen ist, legt den Fokus ausschliesslich auf die historischen Erscheinungsformen des Surrealismus bis zum Ende der 1950er Jahre. Sie wird von Tobia Bezzola, Direktor des Museums, und Francesca Benini, wissenschaftliche Mitarbeiterin im MASI kuratiert.

Die Ausstellung im MASI umfasst rund hundert Werke und beginnt mit einem allgemeinen Überblick über den Kontext und die Entwicklung der surrealistischen Bewegung anhand einer aussagekräftigen Auswahl an Dokumenten und Zeichnungen. Sie präsentiert den Besuchern die bedeutendsten Schweizer Künstler des Surrealismus, angefangen bei den beiden wesentlichen Vorläufern Hans Arp und Paul Klee; zu sehen sind zudem alle wichtigen Schweizer Künstler, die den Surrealismus beeinflusst haben, sowohl als Mitglieder der Pariser Bewegung – Alberto Giacometti, Serge Brignoni, Gérard Vulliamy, Kurt Seligmann und Meret Oppenheim – als auch als Vertreter der neuen Kunst in der Schweiz, wie biespielsweise Otto Abt, Max von Moos, Walter Johannes Moeschlin, Werner Schaad, Otto Tschumi, Walter Kurt Wiemken. Gerade die 1/6 Beziehungen zwischen den Schweizer Künstlern in Paris und denen in der Heimat begünstigte die Verbreitung und Entwicklung surrealistischer Ideen auch in der Schweiz und förderte die Herausbildung fortschrittlicher Vereinigungen wie der Gruppe 33, der unter anderem Otto Abt, Walter Bodmer, Walter Kurt Wiemken und Meret Oppenheim angehörten; oder der Allianz. Vereinigung moderner Schweizer Künstler (1937), der auch Ernst Maass, Leo Leuppi und Hans Erni beitraten.

Der Surrealismus entstand Mitte der 1920er Jahre in Paris rund um die Figur von André Breton und hatte in der Schweiz eine interessante eigenständige Entwicklung. In den Zwischenkriegsjahren, die überall in Europa vom einem konservativen politischen und gesellschaftlichen Kontext geprägt waren, wurde die Bewegung zu einer Zuflucht für fortschrittliche Künstler. Im Gegensatz zu anderen Bewegungen des 20. Jahrhunderts, wie dem Kubismus oder dem Expressionismus, zeichnete sich der Surrealismus nicht durch bestimmte formale und stilistische Merkmale aus, sondern durch eine bestimmte Haltung, eine besondere Lebens- und Kunstauffassung, die seine Verteter vereinte. Im rationalen Klima der Zwischenkriegsjahre interessierten sich die Surrealisten für das innere Universum des Menschen, das Unbewusste und den Zufall. Sie konzentrierten sich auf Themen wie Träume, Ängste, Fantasien, Obsessionen, Sexualität und brachten völlig neue Formen und Schöpfungen hervor.

Die Ausstellung Surrealismus Schweiz wurde durch die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Schweizer Museen ermöglicht, darunter das Kunsthaus Zürich, das Zentrum Paul Klee, das Kunstmuseum Basel, das Kunstmuseum Bern und viele andere, sowie dank der Unterstützung bedeutender Privatsammler im In- und Ausland.

Künstler in der Ausstellung
Abt, Otto Hans (1903–1982)/ Arp, Hans (1886–1966)/ Ballmer, Karl (1891–1958)/ Bodmer, Walter (1903–1973)/ Brignoni, Serge (1903–2002)/ Erni, Hans (1909–2015)/ Giacometti, Alberto (1901–1966)/ Grindat, Henriette (1923–1986)/ Klee, Paul (1879–1940)/ Le Corbusier (1887–1965)/ Leuppi, Leo (1893–1972)/ Maass, Ernst (1904–1971)/ Moeschlin, Walter Johann (1902–1961)/ Moos, Max von (1903–1979)/ Oppenheim, Meret Elisabeth (1913–1985)/ Ricco (Erich Wassmer) (1915–1972)/ Schaad, Werner (1905–1979)/ Schiess, Hans Rudolf (1904– 1978)/ Sekula, Sonja (1918–1963)/ Seligmann, Kurt (1900–1962)/ Spinelli, Anita (1908–2010)/ Thomkins, André (1930–1985)/ Tschumi, Otto (1904–1985)/ Viollier, Jean-Pierre (1896–1985)/ Vulliamy, Gérard (1909–2005)/ Wiemken, Walter Kurt (1907–1941).

Wissenschaftliche Publikation
Ein reich bebilderter Katalog begleitet die Ausstellung und erhebt zu Recht den Anspruch eines Schweizer Schweizer Handbuchs zum Surrealismus schlechthin. Der bei Snoeck in italienischer und deutscher Sprache erschienene Band enthält bedeutende Beiträge der Kunsthistoriker Peter Fischer, Stephan E. Hauser, Julia Schallberger und Hans-Peter Wittwer und versammelt die Biographien sämtlicher ausgestellter Künstler.

Kulturvermittlung
Neben den üblichen kostenlosen Führungen, die jeden Sonntag um 13:00 Uhr stattfinden, sind während der gesamten Dauer der Ausstellung zahlreiche kulturvermittelnde Veranstaltungen geplant, damit der Besuch von Surrealismus Schweiz zu einem bereichernden und berührenden Erlebnis wird. Das vollständige Programm findet sich unter www.edu.luganolac.ch