Sa 08.05 2021

Premiere - Viva la mamma

Wo

Theater Winterthur
Theaterstrasse, 8401 Winterthur

Wann

Samstag 08 Mai 2021
H 19:30

Opernhaus Zürich/Musikkollegium Winterthur

Le convenienze ed inconvenienze teatrali
Dramma giocoso in einem Akt von Gaetano Donizetti (1797-1848)
Libretto von Domenico Gilardoni
Neueinrichtung des Librettos und Textfassung von Stephan Teuwissen

Musikalische Leitung Adrian Kelly, Inszenierung Mélanie Huber, Bühnenbild Nora Johanna Gromer, Kostüme Lena Hiebel, Lichtgestaltung Hans-Rudolf Kunz, Dramaturgie Fabio Dietsche

Daria, die Primadonna Lina Dambrauskaité
Procolo, ihr Ehemann Yuriy Hadzetskyy
Mamma Agata, Luigias Mutter Andrew Moore
Luigia Siena Licht Miller
La musica Katia Ledoux
Guglielmo Luca Bernard
Il maestro Vladyslav Tlushch
Il poeta Ilya Altukhov
Il direttore Xiaomeng Zhang
Gaetano Fritz Fenne

In italienischer Sprache mit deutscher Übertitelung.

Fiebrig und von seiner Krankheit bereits geschwächt, erwägt Gaetano Donizetti gegen Ende seines Lebens, seine Oper Le convenienze ed inconvenienze teatrali noch in eine letztgültige Form zu bringen. Doch die Zeit läuft ihm davon. Als Donizetti im April 1848 stirbt, bleibt die 21 Jahre zuvor begonnene Farce als Flickwerk liegen. Die Schweizer Regisseurin Mélanie Huber inszeniert die stürmisch-unterhaltsamen Kapriolen Donizettis auf den Wahnsinn des Theateralltags, die im 20. Jahrhundert frei adaptiert unter dem Titel Viva la mamma wieder auf die Bühne gefunden haben, mit Sängerinnen und Sängern des Internationalen Opernstudios. Sie erzählt das Stück in einem neu verfassten Text- und Handlungsrahmen von Stephan Teuwissen, mit dem sie u.a. erfolgreich für Bartleby, der Schreiber nach Melville am Schauspielhaus Zürich zusammenarbeitete. In dieser Version tritt auch der von Fieber und Wahn strapazierte Komponist selber auf. Leicht überdreht, aber auch poetisch und traumgetrieben bringt Gaetano einen subalternen Teufel dazu, ihm einen letzten Wunsch zu erfüllen: Die Aufführung eben seines Opernpastiches Sitten und Unsitten des Theaters. Der Teufel lässt sich einspannen, und bevor er es merkt, wird ihm die Hauptrolle aufgebürdet – Mamma Agata, eine schrullige Künstlerinnenmutter, so unbelehrbar wie unaufhaltsam. Ihr gegenüber stehen eine selbstgefällige Primadonna samt penetrantem Ehemann, zweit- und drittrangige Sängerinnen, ein deutscher Tenor sowie drei Herren von der Theaterleitung, die verzweifelt versuchen, die Schicksals- und Opernfäden in der Hand zu behalten. Erwartungsgemäss laufen die Proben völlig aus dem Ruder, und der arme Gaetano darf zusehen, wie sich sein Werk in eine hektische Teufelsküche verwandelt.

Geschrieben von Zero Zurich