Algorithmen ordnen unsere Welt – das Herz widerspricht?
Gefühle sind Bugs, Verletzlichkeit eine Schwachstelle im System, Liebe nur noch ein störender Glitch im Programm. In einer Welt durchzogen von Technologien sind unsere Körper formbar und optimierbar geworden. Alles lädt, nichts kommt zum Ende.
Auf der Bühne wird ein Mensch zerlegt, repariert und neu verkabelt. Er befindet sich in einer ständigen Korrektur. Aber da sitzt auch ein tiefer Schmerz im Körper und widersetzt sich jedem Update. Während nach und nach digitale Avatare die Kontrolle übernehmen und Systeme die Wirklichkeit schreiben, versprechen sie Perfektion. Doch nach jeder Verbesserung meldet sich das Herz. Das letzte Bruchstück des Menschseins. Es wird lauter. Bis auch das ersetzt wird.
„still loading“ von Maria Milisavljević zeichnet eine Figur, die versucht, mit dieser Welt Schritt zu halten – und daran zerbricht. Der Abend spricht über die Spannung zwischen technologischer Perfektion und dem Widerstand des Lebens. Es ist ein Science-Fiction-Spektakel und zugleich eine emotionale Erfahrung: ein Hightech-Solo zwischen Wut, bitterem Humor und grosser Zärtlichkeit zum eigenen Dasein, wenn zwischen Mensch und Maschine eine leise Dissoziation entsteht. Doch dann passiert er, der Systemabsturz.
In „still loading“ wird nicht danach gefragt, wie wir die Zukunft gestalten wollen, sondern was sie mit uns macht. Was bleibt vom Mensch, wenn alles ersetzbar wird? Wie wirken sich Augmented Bodies, Brain Interfaces und bionische Implantate auf unser Leben aus? Und was passiert, wenn wir einfach stehen bleiben?
Eine Produktion des Theater Winkelwiese in Zusammenarbeit mit dem Festival AFTER THE ALGORITHM (ATA): Das zehntägige
Festival bringt Wissenschaft, Kunst und öffentliche Debatte rund um das Thema künstliche „Intelligenz“ zusammen (20.-29.3.2026)
Mit: Sofia Borsani
Text: Maria Milisavljević
Regie: Julián Ignacio Garcés
Dramaturgie: Kristina Malyseva
Ausstattung: Ivalina Yapova
Musik: Serafin Aebli
Video: Rodrigo Melendez-Aquino, Juan Bautista Selva
Assistenz: Andrea Uhl
Technik: Paul Schuler, Patrick Meury
Aufführungsrechte: S. Fischer Theater Medien
Geschrieben von Zero Zurich