dom 06.12 2020

Premiere - Simon Boccanegra

Dove

Opernhaus Zürich
Falkenstrasse, 8008 Zurich

Quando

domenica 06 dicembre 2020
H 17:00

Melodramma in einem Prolog und drei Akten von Giuseppe Verdi (1813-1901)
Libretto von Francesco Maria Piave, mit Ergänzungen von Giuseppe Montanelli,
nach dem Drama “Simón Bocanegra” von Antonio García Gutiérrez
Neufassung von Arrigo Boito

Musikalische Leitung Fabio Luisi Inszenierung Andreas Homoki Ausstattung Christian Schmidt Lichtgestaltung Franck Evin Choreinstudierung Janko Kastelic Dramaturgie Fabio Dietsche
Simon Boccanegra Christian Gerhaher
Maria Boccanegra, seine Tochter, unter dem Namen Amelia Grimaldi Jennifer Rowley
Jacopo Fiesco Christof Fischesser
Gabriele Adorno Otar Jorjikia
Paolo Albiani Nicholas Brownlee
Pietro Brent Michael Smith
Magd Amelias Siena Licht Miller
Hauptmann der Armbrustschützen Savelii Andreev

Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Chorzuzüger
Statistenverein am Opernhaus Zürich

In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.

Seit er Genua von einer Piratenplage befreit hat, erfreut sich der gesellschaftliche Aussenseiter Simon Boccanegra grosser Popularität. Paolo Albiani, der Anführer der Volkspartei, will die Macht des Adels brechen und drängt Boccanegra eigennützig dazu, für das Amt des Dogen zu kandidieren. Widerwillig stimmt Boccanegra zu. Er hofft, durch den erhöhten sozialen Status seine Geliebte Maria wieder zu gewinnen, die ihm von deren Vater, dem Adeligen Fiesco, vorenthalten wird. Doch während Boccanegra in der Stadt zum Dogen ausgerufen wird, entdeckt er, dass seine Geliebte im Haus Fiescos gestorben ist. Schon in diesem dramatisch zugespitzt, in düsterer Nacht spielenden Prolog wird deutlich, dass privates und politisches Schicksal in dieser Oper auf tragische Weise miteinander verflochten sind. In der Haupthandlung findet der nun seit 25 Jahren amtierende Doge in Amelia seine verlorengeglaubte Tochter wieder, um sie sogleich an deren adeligen Liebhaber Gabriele Adorno zu verlieren. Der Intrigant Paolo, der selbst ein Auge auf Amelia geworfen hat, wird öffentlich an den Pranger gestellt, worauf er sich rächt und den Dogen vergiftet.

Die auf mittelalterliche Historie zurückgreifende Textvorlage von Antonio García Gutiérrez inspirierte Giuseppe Verdi zu einem aufwühlenden Drama vor einem eminent politischen Hintergrund. Die Friedensbemühungen des genuesischen Dogen Boccanegra im 14. Jahrhundert stellen einen Bezug zu den italienischen Einigungsversuchen im 19. Jahrhundert her. Doch vor allem gelingt es Verdi in diesem 1857 für Venedig komponierten und 1881 in Zusammenarbeit mit Arrigo Boito grundlegend überarbeiteten Melodramma, die Charaktere mächtiger und machtversessener Männer musikalisch zu durchdringen.

Der international gefeierte Bariton Christian Gerhaher wird nach Alban Bergs Wozzeck und Heinz Holligers Lenau als Simon Boccanegra erneut ein Rollendebüt in einer Inszenierung von Andreas Homoki geben. Fabio Luisi erarbeitet letztmals in seiner Funktion als Generalmusikdirektor eine Verdi-Neuproduktion.

Scritto da Zero Zurich