Do 25.02 2021 – Mo 05.04 2021

Orphée et Euridice

Wo

Opernhaus Zürich
Falkenstrasse, 8008 Zurich

Wann

Donnerstag 25 Februar 2021 – Montag 05 April 2021

Wie viel

free

Die Produktion ist bis 5. April 2021 als Video on Demand verfügbar.

Tragédie (Drame-héroïque) in vier Akten von Christoph Willibald Gluck (1714-1787)
Bearbeitung von Hector Berlioz (1859)
Libretto von Pierre-Louis Moline nach Ranieri de’ Calzabigi

Besetzung

Musikalische Leitung Stefano Montanari
Inszenierung Christoph Marthaler
Regiemitarbeit Joachim Rathke
Ausstattung Anna Viebrock
Lichtgestaltung Martin Gebhardt
Choreinstudierung Ernst Raffelsberger
Dramaturgie Malte Ubenauf, Kathrin Brunner
Bühnenbildassistenz Anna Scheffel-Brotánková
Kostümassistenz Iva Ivanova

Orphée Nadezhda Karyazina
Euridice Chiara Skerath
L’Amour Alice Duport-Percier
Selige und unselige Geister
Sebastian Zuber
Graham F. Valentine
Bérengère Bodin
Marc Bodnar
Liliana Benini
Raphael Clamer
Bernhard Landau

Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich

Orpheus, der Musiker, in dem sich das tiefe archaische Staunen über die Macht der Töne personifiziert, bezaubert nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Bäume und Felsen. Wenn er singt und spielt, hört der Wind auf zu wehen. Eurydike ist seine Liebe. Als sie stirbt, kennt Orpheus’ Wehklagen keine Grenzen. Er erweicht schliesslich die Götter, die ihm ein Zugeständnis machen, das zugleich Prüfung ist: Will er seine Frau wiederhaben, muss er nicht nur die Hadeswächter versöhnlich stimmen, sondern Eurydike ohne ein Wort der Erklärung und ohne sie anzusehen, wieder aus dem Totenreich herausführen – ein Akt der äussersten Selbstdisziplin. Doch in den Irrgängen des Hades gibt er dem Schmerz Eurydikes nach, die sich von ihm nicht mehr geliebt glaubt. Orpheus dreht sich – gegen alle Vernunft – um. Bei Christoph Willibald Glucks Version des berühmten Mythos ist dieser Moment Ausdruck tiefster Menschlichkeit und einer grenzenlosen Sehnsucht nach Intimität. Den psychischen Ausnahmezustand malt Gluck mit unvermuteten Affektumschlägen und raschen Tempowechseln; seine Musiksprache ist hochemotional und gleichzeitig schlicht. Die Wiener Uraufführung in italienischer Sprache von 1762 blieb noch ohne Resonanz, doch die französischsprachige Fassung für Paris 1774 leitete den Erfolg der Oper ein. Sie richtete der Gluckverehrer Hector Berlioz 1859 neu ein und schrieb den Part des Orphée, der in der französischen Fassung ein hoher Tenor war, für die Altistin Pauline Viardot um.

Nach Gioachino Rossinis Europastück Il viaggio a Reims und dem feinsinnigen Händel-Pasticcio Sale darf man sich mit Orphée et Euridice bereits auf die dritte Arbeit von Regisseur Christoph Marthaler und Bühnenbildnerin Anna Viebrock am Opernhaus Zürich freuen sowie auf eine Gruppe von Marthaler-Figuren, die Ober- und Unterwelten von Glucks Oper als Zeugen der Ereignisse bevölkern werden. Stefano Montanari, einer der interessantesten Dirigenten und Barockgeiger der jüngeren Generation, leitet die Philharmonia Zürich. Als Orphée stellt sich die junge russische Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina am Opernhaus Zürich vor, als Euridice ist die schweizerisch-belgische Sopranistin Chiara Skerath zu hören.

Geschrieben von Zero Zurich