lun 04.02 2019

Dove

Kino Xenix
Kanzleistrasse, 8004 Zurich

Quando

lunedì 04 febbraio 2019
H 18:00

Starkes italienisches Kino mit einer kämpferischen und gleichzeitig fürsorglichen Frauenfigur, die es wagt, Grenzen infrage zu stellen und zu überschreiten.

Leonardo Di Costanzo, I/CH/F 2017; 95′ I/df (DCP, Farbe)
Mit Raffaella Giordano, Valentina Vannino, Martina Abbate, Anna Patierno, Marcello Fonte, Emma Ferulano, Riccardo Veno, Maddalena Stornaiuolo, Flavio Rizzo, Carmine Paternoster

Ein Hort der Unbeschwertheit am Stadtrand von Neapel: In der “Masseria” erleben Kinder einen Alltag, der ganz anders ist als das, was sie sonst kennen. Mit grossem Engagement und Einfühlungsvermögen leitet die charismatische Giovanna (Raffaella Giordano) dieses kreative Freizeitzentrum für benachteiligte Kinder, in dem Mädchen und Buben ihre schulfreien Stunden verbringen und unter fachkundiger Anleitung etwa eine Rieseneidechse oder ein formidables menschenähnliches Vehikel aus Veloteilen basteln. Doch die heile Welt des Zentrums bekommt erste Risse, als Giovanna der jungen Maria (Valentina Vannino), die dringend eine Unterkunft für sich und ihre beiden Kinder benötigt, nicht nur das rudimentäre Wohnhaus auf dem Gelände zur Verfügung stellt, sondern deren Tochter Rita (Martina Abbate) auch in den Hort aufnimmt – und sich wenig später herausstellt, dass Maria die Ehefrau eines inhaftierten Mitglieds der Camorra ist und ihre Notlage vorgetäuscht hat. Als erste Mütter ihre Kinder nicht mehr in die “Masseria” schicken, weil ihnen der Kontakt ihrer Sprösslinge mit der Tochter eines skrupellosen Camorrista zu gefährlich ist, wird die Situation zu einer existenziellen Bedrohung für die Institution und stellt alle Beteiligten – insbesondere die an ihren Überzeugungen festhaltende Giovanna – auf eine harte Probe.
Eindringlich, unaufgeregt und in schnörkellosen Bildern erzählt Leonardo Di Costanzo in seinem Zweitling vom Leben in einer Gesellschaft, in deren Mitte das organisierte Verbrechen angekommen ist. In der Hauptrolle überzeugt die vor allem als Tänzerin (u. a. in Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal) bekannte Raffaella Giordano, die den berührenden Film praktisch im Alleingang trägt.